Indonesien ist kein Land — es ist ein Kontinent in Inselform. Über 17'000 Inseln, 270 Millionen Menschen, acht Weltreligionen, Hunderte Sprachen. Bali kennt jeder. Aber Lombok, die Komodo-Inseln, Java mit seinen Vulkanen, Sulawesi — das ist das Indonesien, das die meisten nie sehen.
Wir reisen ab dem 30. Juni 2026 durch Asien, Indonesien steht auf unserer Route. Dieser Guide basiert auf intensiver Recherche aus Schweizer Sicht — und wird laufend mit unseren echten Erfahrungen ergänzt. Was wir bisher wissen: Indonesien ist gross, günstig und hoffnungslos unterschätzt.
Die Inseln-Guides
Indonesien ist zu gross für eine einzige Seite. Hier findest du unsere detaillierten Guides für jede Region — mit Kosten in CHF, konkreten Tipps und allem was du für die Planung brauchst.
Die Reisterrassen von Tegalalang in Ubud — eines der ikonischsten Bilder Balis. [Marc & Fabienne: eigenes Foto folgt]
Visum & Einreise für Schweizer
Schweizer brauchen für Indonesien ein Visum — aber kein aufwendiges. Es gibt zwei einfache Optionen, beide gleichwertig.
Option 1: Visa on Arrival (VOA) am Flughafen
Die unkomplizierteste Variante: Du kommst am Flughafen an, gehst zum VOA-Schalter, zahlst 500'000 IDR (ca. 30 CHF, Stand Juni 2026) und hast dein Visum in 10–15 Minuten. Gültig für 30 Tage, einmalig verlängerbar um weitere 30 Tage beim lokalen Immigrationsbüro — macht maximal 60 Tage am Stück. Für Weltreisende, die länger bleiben wollen: Ausreisen und erneut einreisen ist möglich, aber nach mehrfachen Einreisen schauen Grenzbeamte genauer hin.
Option 2: e-VOA vorab online
Seit 2022 gibt es das e-VOA unter molina.imigrasi.go.id. Gleiche Kosten, gleiche Gültigkeit — aber du beantragst es bequem von zuhause aus und sparst die Wartezeit am Flughafen. Empfehlenswert besonders bei Ankunft nachts oder in der Hochsaison Juli/August, wenn die VOA-Schlangen länger werden.
Was kostet Indonesien — in CHF
Indonesien ist günstiger als die meisten erwarten — mit einer Ausnahme: Bali, besonders Canggu und Seminyak. Dort hat sich das Preisniveau in den letzten Jahren stark an westliche Standards angenähert. Wer budgetbewusst reist, kommt auf Java und Lombok deutlich weiter.
| Ausgabe | Budget (CHF) | Komfort (CHF) | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Übernachtung | 8–15 | 30–70 | Hostel Dorm vs. Privatzimmer |
| Mahlzeit im Warung | 1.50–3 | 5–12 | Warung = lokales Restaurant |
| Motorroller (pro Tag) | 4–7 | 7–12 | Hauptfortbewegungsmittel auf Bali |
| Grab/Gojek (pro Fahrt) | 0.50–3 | 0.50–3 | Günstiger als Taxi |
| Eintritt Tempel/Attraktion | 2–6 | 2–6 | Bali-Tempel ca. 3–6 CHF |
| Inlandsflug (z.B. Bali→Lombok) | 10–35 | Citilink, Lion Air früh buchen | |
| Visa on Arrival | ~30 (einmalig) | Stand Juni 2026 | |
| Tagesbudget gesamt | 30–50 CHF | 60–100 CHF | Bali ca. 20–30% teurer |
Preisstand Juni 2026. Wechselkurs: 1 CHF ≈ 16'500 IDR.
Ein Beispieltag auf Budget in Ubud: Overnight-Bus 8 CHF, Nasi Goreng im Warung 2 CHF, Tempelbesuch 5 CHF, Motorroller für den Tag 6 CHF, Abendessen 4 CHF — macht ca. 35 CHF total. Ein Beispieltag in Canggu: Apartment 45 CHF, Frühstück im Café 14 CHF, Mittagessen 9 CHF, Grab-Fahrten 4 CHF — schon 72 CHF und wir haben noch nichts unternommen.
Welche Region passt zu dir?
Bali — der Klassiker, der seinen Ruf verdient (und nicht verdient)
Bali ist das erste Ziel der meisten Indonesien-Reisenden — und das aus gutem Grund. Die Reisterrassen von Tegalalang, die Tempel von Uluwatu und Tanah Lot, die Küche, die Freundlichkeit der Menschen, das Wetter. Das alles ist real. Was nicht mehr stimmt: die Erwartung, dass Bali noch ein Geheimtipp ist. Das ist es seit mindestens 15 Jahren nicht mehr.
Ubud am Morgen — bevor die Tagestouristen kommen.
Tanah Lot — der bekannteste Tempel Balis. Früh gehen.
Die vier Gesichter Balis
Ubud ist das kulturelle Herz der Insel: Reisterrassen, Tempel, Monkey Forest, gute Restaurants und ein annehmbares Preisniveau. Für die meisten Reisenden die beste Basis auf Bali. 5–7 Tage reichen für die Highlights. Negativ: Ubud liegt im Inland ohne Strand, und die Touristendichte nimmt auch hier zu.
Canggu ist das neue Kuta — laut, voll, teuer, aber mit echten Surf-Breaks und einer internationalen Café-Szene. Digital Nomads lieben es. Backpacker auf Budget meiden es, weil 15 CHF für ein Frühstück sich schnell summieren. Wer Surfen lernen will: gute Schulen, moderates Niveau, aber keine ruhige Strandatmosphäre.
Seminyak und Kerobokan sind glamouröser und teurer. Beach Clubs, Boutique-Hotels, Spa-Days. Nicht für Budget-Reisende, aber wenn ihr euch mal etwas gönnen wollt: der Sonnenuntergang bei Potato Head Beach Club ist unvergesslich — auch wenn der Cocktail 14 CHF kostet.
Uluwatu am südlichen Zipfel bietet Steilklippen, gute Surf-Spots und den legendären Kecak-Feuertanz im gleichnamigen Tempel bei Sonnenuntergang. Ruhiger als Canggu, wertiger als Seminyak für Naturfreunde. Die Affen vor dem Tempel klauen alles was nicht festgenagelt ist.
Lombok & die Gili-Inseln — Bali ohne den Lärm
Die Gili-Inseln vor Lombok — kein Motorenlärm, nur Pferde und Fahrräder. [Marc & Fabienne: eigenes Foto folgt]
Eine kurze Fähre oder ein Kurzflug von Bali entfernt liegt Lombok — und es ist ein anderes Indonesien. Weniger Touristen, weniger Infrastruktur, mehr Natur. Für uns eines der spannendsten Ziele auf unserer Route.
Mount Rinjani — Trekking für Schweizer Berggewöhnte
Der Rinjani (3'726 m) ist einer der schönsten aktiven Vulkane Asiens. Die klassische Tour führt in 2–3 Tagen auf den Kraterrand mit Blick auf einen smaragdgrünen Kratersee. Für Schweizer, die alpine Touren gewöhnt sind, ist der Rinjani machbar aber nicht zu unterschätzen — die Hitze und Luftfeuchtigkeit sind kein Wandergebiet Graubündens.
Kosten für eine geführte Rinjani-Tour: 250–400 CHF pro Person für eine 3-Tages-Tour inklusive Guide, Porter, Zelt und Mahlzeiten. Klingt viel für Indonesien — ist es auch. Aber die Tour über den Krater in den Sonnenaufgang zu schauen ist ein Erlebnis das seinen Preis hat.
Gili-Inseln — drei Inseln, drei Charaktere
Gili Trawangan, Gili Meno, Gili Air liegen vor der Nordwestküste Lomboks. Keine Autos, keine Motorräder — Transport per Pferdekutsche oder Fahrrad. Das Wasser ist türkis, das Schnorcheln direkt vom Strand aus ist besser als auf Bali.
Gili T ist die Party-Insel: voller Touristen, Bars am Strand, viel junge Backpacker. Gili Air ist ruhiger mit besserer Restaurantszene. Gili Meno ist fast leer und wirkt wie 15 Jahre zurück in der Zeit — für alle die echte Ruhe suchen.
Java & Yogyakarta — das kulturelle Herz
Borobudur im Morgenlicht — der grösste buddhistische Tempel der Welt.
Sonnenaufgang am Mount Bromo — eines der spektakulärsten Bilder Asiens.
Java ist die bevölkerungsreichste Insel der Erde — und trotzdem auf den Reiseradaren vieler Backpacker untervertreten. Das liegt daran, dass Bali halt schöner ist. Aber wer Kulturgeschichte sucht, kommt an Java nicht vorbei.
Yogyakarta — Basis für Tempel und Vulkane
Yogyakarta (kurz: Jogja) ist die Kulturhauptstadt Javas. Erschwingliche Unterkunft, lebhafte Altstadt (Malioboro), und in der Nähe die zwei beeindruckendsten Tempelanlagen Südostasiens.
Borobudur ist ein buddhistischer Stupa-Komplex aus dem 8. Jahrhundert — grösste buddhistische Anlage der Welt, zum UNESCO-Welterbe erklärt. Frühaufsteher können den Sonnenaufgang über den 504 Buddha-Statuen erleben. Eine Stunde entfernt liegt Prambanan, ein hinduistischer Tempelkomplex aus derselben Epoche: drei 47-Meter-Türme die dem Gott Shiva gewidmet sind.
Beide zusammen an einem Tag ist möglich. Beide zusammen zu erleben und zu verstehen, dass ein buddhistisches und ein hinduistisches Weltwunder auf derselben Insel stehen, die heute mehrheitlich muslimisch ist: das ist Java.
Mount Bromo — Ostjava
Der Bromo ist einer der aktivsten Vulkane Indonesiens und bietet eine der surrealistischsten Landschaften Asiens: eine Sandwüste, aus der mehrere Vulkankegel aufragen, eingehüllt in Nebel und Schwefeldämpfe. Der Sonnenaufgang vom Penanjakan-Aussichtspunkt ist einer jener Momente, für die man reist. Frühaufstehen (4 Uhr) ist Pflicht. Jeep-Tour inklusive Sonnenaufgang und Bromo-Wanderung: ca. 40–60 CHF pro Person.
Flores & Komodo — für Abenteuerlustige
Die Küste rund um Flores — abgeschieden, wild, unvergesslich. [Marc & Fabienne: eigenes Foto folgt]
Flores ist weiter weg, weniger erschlossen und deshalb genau das Richtige für alle die Bali längst kennen. Die Anreise ist aufwendiger — Inlandsflug nach Labuan Bajo, dann Bootstouren — aber der Aufwand lohnt sich.
Der Komodo-Nationalpark ist UNESCO-Welterbe und beherbergt die einzige wild lebende Population des Komodo-Warans, des grössten Reptils der Erde. Eine Bootsday-Tour zu den Inseln kostet 40–80 CHF pro Person, der Nationalparkeinritt 25–30 USD. Die Waran-Sichtung ist garantiert — die Tiere liegen träge rum, was sie keineswegs ungefährlich macht.
Flores hat ausserdem einige der besten Tauchspots Indonesiens. Manta Point bei Komodo ist einer der zuverlässigsten Orte weltweit um Mantarochen zu sehen. Tauchschulen in Labuan Bajo bieten komplette Kurse und Trips zu fairen Preisen. [Marc & Fabienne: Tauchartikel folgen nach der Reise]
Routen-Empfehlungen — für verschiedene Zeithorizonte
Beste Reisezeit
| Monat | Bali | Lombok / Gili | Java | Bewertung |
|---|---|---|---|---|
| Januar | Regenzeit | Regenzeit | Regenzeit | Vermeiden |
| Februar | Regenzeit | Regenzeit | Regenzeit | Vermeiden |
| März | Übergang | Übergang | Übergang | Bedingt ok |
| April | Trockenzeit | Trockenzeit | Trockenzeit | Gut |
| Mai | Trockenzeit | Trockenzeit | Trockenzeit | Sehr gut |
| Juni | Trockenzeit | Trockenzeit | Trockenzeit | Sehr gut |
| Juli | Hochsaison | Hochsaison | Hochsaison | Top, aber voll |
| August | Hochsaison | Hochsaison | Hochsaison | Top, aber voll |
| September | Trockenzeit | Trockenzeit | Trockenzeit | Sehr gut |
| Oktober | Übergang | Übergang | Übergang | Ok |
| November | Regenzeit | Regenzeit | Regenzeit | Eher vermeiden |
| Dezember | Regenzeit | Regenzeit | Regenzeit | Vermeiden |
Wir starten Ende Juni — mitten in die Hochsaison. Das war nicht der Plan, aber der Abflug ist der Abflug. Die Preise sind im Juli/August höher, die Strände voller. Wer flexibler ist als wir: Mai, Juni oder September sind die optimalen Monate.
Anreise & Transport
Flug von Zürich nach Bali
Direktflüge gibt es nicht. Typische Verbindungen laufen über Singapur (Singapore Airlines, Scoot), Kuala Lumpur (Air Asia, Malaysia Airlines) oder Dubai (Emirates). Gesamtflugzeit 12–15 Stunden. Die günstigsten Optionen sind Scoot und Air Asia — dafür mit mehr Gepäck-Kosten aufpassen. Frühzeitig buchen (4–6 Monate voraus) für die besten Preise. Für eine Kreditkarte die Reisepunkte sammelt: unser Kreditkarten-Guide.
Innerhalb Indonesiens
Indonesien ist riesig — der Überlandweg allein von Bali nach Lombok geht mit der Fähre (45 Min., ca. 2 CHF), nach Java ebenfalls per Fähre. Für grössere Distanzen (Bali → Flores, Java → Lombok) sind Inlandsflüge die einzige sinnvolle Option. Citilink und Lion Air sind die günstigsten Anbieter — Tickets ab 10 CHF wenn man früh bucht, realistisch 20–40 CHF für Strecken unter 90 Minuten.
Buchung: Direkt über die Airlines-Apps oder über 12Go Asia für kombinierte Bus/Fähren/Flug-Routen. Motorroller auf Bali und Lombok: ca. 5–7 CHF/Tag, kein Problem wenn man Töfffahren kann. In den grossen Städten: Grab und Gojek als günstige Taxi-Alternative — beide Apps funktionieren ausgezeichnet.
Aus Schweizer Sicht
Der Schweizer Franken ist stark, und das macht sich in Indonesien positiv bemerkbar. 1 CHF ≈ 16'500 IDR (Stand Juni 2026) — damit kommt man weit. Kreditkarten werden in touristischen Gebieten akzeptiert, aber Bargeld ist auf kleineren Inseln Pflicht. Wir empfehlen eine gebührenfreie Reisekreditkarte — Vergleich aller Optionen für Schweizer hier.
Zur Versicherung: Die KVG deckt nichts ausserhalb der Schweiz — die sistiert man vor der Abreise sowieso (Kosteneinsparung ca. 400–600 CHF/Monat). Was man braucht: eine Auslandskrankenversicherung (AKV), die Indonesien abdeckt und idealerweise auch Rettungsflüge einschliesst. Auf den abgelegeneren Inseln wie Flores oder Komodo kann ein medizinischer Notfall logistisch sehr aufwendig werden. Mehr dazu in unserem AKV-Guide für Schweizer Weltreisende.
Indonesien ist eines der Länder auf die ich mich am meisten freue — nicht wegen Bali, sondern wegen allem was dahinter kommt.
— FabienneHäufige Fragen zu Indonesien
Brauchen Schweizer ein Visum für Indonesien?
Ja — aber es gibt ein einfaches Visa on Arrival (VOA) direkt am Flughafen. Kosten ca. 30 CHF. Gültig 30 Tage, einmal verlängerbar um weitere 30 Tage. Alternativ vorab als e-VOA online beantragen auf molina.imigrasi.go.id.
Was kostet ein Tag in Indonesien in CHF?
Als Backpacker auf Java oder Lombok: 30–50 CHF pro Person und Tag. Auf Bali (Ubud): 40–60 CHF. Canggu oder Seminyak: 60–90 CHF. Mit echtem Komfort (Privatpool-Villa): 100–150 CHF und mehr.
Wann ist die beste Reisezeit für Indonesien?
Mai bis Oktober (Trockenzeit) ist optimal. Hochsaison Juli/August: bestes Wetter, aber mehr Touristen und höhere Preise. Mai, Juni und September bieten fast dasselbe Wetter bei deutlich weniger Betrieb.
Wie lange sollte man für Indonesien einplanen?
Mindestens 2 Wochen für Bali und Gili-Inseln. Für Bali + Java + Lombok: 4 Wochen. Das vollständige Programm inklusive Flores und Komodo: 6+ Wochen. Indonesien belohnt Zeit — wer nur eine Woche hat, fährt lieber woanders hin.
Ist Bali wirklich so überlaufen?
In Canggu, Seminyak und Kuta: ja, eindeutig. Ubud ist besser, aber ebenfalls touristisch. Wer echte Ruhe sucht, fährt nach Lombok, auf die Gili-Inseln oder nach Ostjava — dort ist die Touristendichte deutlich geringer und die Preise auch.